Nach langer Pause wieder mal ein Post von mir aus Indien. ich hoffe ihr bleibt meinem Blog trotzdem treu!
Neujahr hab ich zusammen mit Ali, Jay (studenten aus Rishikesh) und Imge (Volunteer) in Delhi verbracht. Wir hatten vor in einen Club zu gehen, haben uns aber dann doch dagegen entschieden, weil der Eintrittspreis wirklich sehr hoch war. Stattdessen sind wir mit Jays Auto zum Connaught Place gefahren und haben dort den abend verbracht. Sehr viele Leute waren auf der Strasse und wir haben zusammen das neue Jahr gefeiert. Wir konnten bei Jays Onkel uebernachten, der uns bevor wir gegangen sind noch ein geniales Essen mit Paneer (Indischem Kaese) gekocht hat. Er war sehr gastfreundlich und hat uns zu viert in seiner kleinen Wohnung uebernachten lassen.
Am ersten Januar haben wir uns dann im Kino den neuesten und angesagtesten Bollywoodfilm mit Amir Khan angeguckt. Er heisst Ghajini und hat eine sehr aehnliche Handlung wie Memento. Zu den eigentlich duesteren und brutalen Szenen des Originals wurden Rueckblenden in die Vergangenheit eingefuegt. Sie handeln von einer Liebesgeschichte, die natuerlich wunderbar verwendet werden kann, um die wichtigen Tanz- und Musikszenen zum Film hinzuzufuegen. Amir Khan at his best!
Die Arbeit im Krankenhaus ist fuer mich inzwischen zur Routine geworden, was natuerlich auch ein Grund ist warum ich nicht so oft Poste. Ich helfe den Schwestern bei den taeglichen Arbeiten, wie Medikation, Entlassungen, Neuaufnahmen, Blutdruck, Puls und Temperatur messen. Es ist aehnlich wie in Deutschland nur die Umstaende im Krankenhaus sind viel widriger. Was ich allerdings wirklich vermisse ist der Kontakt zu den Patienten. Ich kann fast nie mit ihnen persoenlich sprechen, sondern brauche immer irgendeinen Dolmetscher. Das hindert mich natuerlich oft daran ihnen wirklich zu helfen.
Die Schwestern und Aerzte sind sehr nett und alle haben sich inzwischen an mich gewoehnt. Ich finde es sehr angenehm und wichtig, dass sie mich als "normalen" Menschen betrachten. Egal wo ich mich mit den anderen Volunteers in Faridabad aufhalte, werden wir pausenlos von den Menschen angestarrt. Da Faridabad kein bisschen touristisch ist, sind wir moeglicherweise die ersten weissen Menschen, die sie in ihrem ganzen Leben gesehen haben. Im Krankenhaus werde ich zumindest vom Personal wie ein normaler Mensch behandelt. Ich verliere dort die Distanz, die man als Reisender zu den Menschen des Landes hat, und werde Teil ihrer Gesellschaft. Das ist fuer mich der Unterschied zwischen dem Arbeiten oder Volunteering und dem Reisen in einem Land.
In den letzten Tagen hatte ich die Moeglichkeit bei einem Projekt von "Helpage India" mitzuarbeiten. Sie bieten Hilfe fuer alte Menschen in den armen Vierteln von Faridabad, die keine Moeglichkeit haben zum Arzt zu gehen und Medizin zu bezahlen. Man faehrt mit einem grossen Bus, der eine Grundausstattung an medizinischer Versorgung hat, zu bestimmten Orten in der Stadt. Mitgefahren sind ein Arzt ein Apotheker. Ich hab ihnen dabei geholfen die Patienten zu untersuchen und die Medizin zu verteilen. Es gibt hier wirklich sehr arme Viertel und die Menschen sind dankbar fuer jede Medizin und Zuwendung, die sie bekommen. Das war wirklich eine spannende Erfahrung.
Wir sind zur Zeit ca. 12 Volunteers hier und der Raum, in dem wir schlafen ist voll. Die Gruppe ist wirklich sehr nett: Dan & Sarita sind ein Paerchen aus North Dakota. Emily kommt aus der naehe von New York und Lea ist eine Deutsche aus Schwaebisch Gmuend. Sebastien und Vincent aus Quebec City (fuer sie ist es nicht Kanada) sind schon ein bisschen laenger hier. Wir haben das letzte Wochenende zusammen in Delhi verbracht und haten eine geile Zeit. Beide sind total nett und ausserdem die ersten franzoesischen Kanadier, die ich kennengelernt habe!
Ich denke ich werde das naehchste mal noch mehr ueber die Volunteers und Zeit mit ihnen schreiben und Fotos hochladen!
Mir geht es nach wie vor sehr gut und das Wetter ist super und warm! (was man von Deutschland im Moment wohl nicht behaupten kann :P)
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Schön mal wieder so viel Info zu bekommen! Klingt alles interessant, und Du schreibst wahrschienlich nur ein Bruchteil von dem, was Du erlebst. Wow!
AntwortenLöschenKool, dass es dir gut geht :)
AntwortenLöschenIch vermiss dich!
Lieber Berni,
AntwortenLöschensehr bewundere ich Deinen Schreibstil! Finde es sehr schön, dass Du uns auch an Deinen Gedanken teilhaben lässt und nicht nur beschreibst!
Dir noch weiterhin eine tolle Zeit!
Bussi