
Am Mittwoch Abend haben wir also den Nachtzug von Delhi nach Varanasi genommen. Am Ende hatte der Zug 4 1/2 Stunden Verspaetung, weshalb die Fahrt insgesamt 16 1/2 Stunden gedauert hat! Die Fahrt mit einem Zug in Indien ist schon ein Erlebnis an sich. Das Einsteigen ist sehr sehr hektisch und es ist vergleichbar mit dem Strassenverkehr in Delhi: Es gibt keine Regeln und jeder schubst und draengelt soviel er kann, denn Queing gibt es in Indien nicht. Waehrend der Fahrt laufen Verkaeufer durch den Zug, die von Chai und Kaffee ueber Snacks und Zeitungen bis zu einem ganzen Abendessen eigentlich alles Verkaufen. Frueh morgens wird man von den lauten "Chai, Chai, Chai" schreien geweckt (wer mit in Barcelona war weiss, wie nervig das sein kann :P)
Varanasi ist nach Agra wohl die schlimmste Touristenstadt Indiens. Eigentlich ist man permanent von einer Menschenmenge umgeben. Kinder verkaufen schmutzige Postkarten oder betteln fuer ihre Muetter, Maenner bieten Hash,Opium und Massagen an, Bettler zeigen ihre schlimmen Krankheiten, Tuk-Tuk Fahrer fragen wo man hin moechte, Restaurantbesitzer preisen ihre Kueche an usw. usw.

Am schlimmsten war es jedoch an den Ghats. Die Ghats sind Zugaenge zum Ganges an denen die Hindus bestimmte religioese Riten abhalten. Unter anderem gibt es bathing, washing und burning Ghats. Die wichtigste ist die Manikarnika burning Ghat. Dort werden taeglich sehr viele Tote verbrannt oder in den Ganges gebracht. Es gibt 5 verschiedene Stufen auf denen die Verbrennungen je nach Kaste stattfinden. Die Menschen erhoffen sich durch die Verbrennung am Ganges aus dem Kreis der Wiedergeburt austreten zu koennen. Schwangere Frauen, Tiere und Gurus werden im Ganges versenkt, denn sie gelten als Goetter im Hinduglauben und werden nicht wiedergeboren.

Man fuehlt sich nicht gut dabei den Menschen dabei zuzugucken, wie sie sich von ihren Verwandten und Freunden verabschieden. Dazu kommen die Menschen,die einem die beste Fuehrung oder den besten Aussichtsplatz zeigen moechten. Alte Frauen, die vorgeben auf den Tod zu warten, betteln um sich das teuere Holz leisten zu koennen. Mehr als ein mal hab ich mir gewuenscht unsichtbar zu sein.

Daneben hat Varansi aber auch eine unglaublich magische Atmosphaere. Besonders deutlich hab ich das bei einer Fahrt mit dem Boot auf dem Ganges empfunden. Die Feuer der Gahts und die allabendliche Puja, die ueber den Fluss leuchten geben der Stadt ihren heiligen Charackter.
Uih uih uih, das klingt ja alles sehr spannend, gruselig (ihr sitzt lachend in einem Boot und neben euch schwimmen Leichen :)???), aufregend, unfassbar, sehr anders, sehr unvorstellbar für Menschen, die noch nie in Indien waren... Ich wünsche dir ein wunderschönes Weihnachtsfest! Ich hoffe, dass du von lieben Menschen umgeben bist und kein Heimweh bekommst. Ich denk an dich, wenn ich unterm Tannenbaum sitze :). Hugs to India
AntwortenLöschenSpeziell für Dich kommen Grüße aus dem heiligen Land, hab ein vergnügliches Weihnachtsfest und ein "wunder"-schönes neues Jahr. Gleiches für alle Leser hier von K. aus Damascus, die lesen, aber leider beim "blocked-spot" nicht kommentieren kann.
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